Projekte
Bürger unternehmen Zukunft − Bürgerschaftliches Engagement von und für ältere Menschen
- Laufzeit: Januar 2009 − Dezember 2011
- Forschungsprojekt im Generali Zukunftsfonds
- Ansprechpartner: Konstantin Kehl (CSI Heidelberg)
In Deutschland zeichnet sich in den vergangenen Jahren der zögerliche Beginn einer umfassenderen Diskussion zur Bedeutung des bürgerschaftlichen Engagements ab. Familie, Staat, Markt und Dritter Sektor werden durch die derzeit zu beobachtenden gesellschaftlichen, ökonomischen und politischen Entwicklungen vor neue Herausforderungen gestellt, die die jeweilig herkömmliche Lösungskapazität überschreiten. Das "Altern der Gesellschaft" stellt in diesem Zusammenhang eine gesellschaftliche Problemlage dar, die auch Lösungsansätze in sich birgt - Möglichkeiten und Potenziale, die bisher zu wenig gewürdigt und gefördert werden. So fragt die so genannte "Generation 50plus" einerseits in zunehmendem Maße ehrenamtliche Gemeinwohlbeiträge nach, weil die derzeitige Situation öffentlicher Kassen eine stärkere staatliche Absicherung von Altersrisiken auszuschließen scheint. Andererseits ist die Kohorte aufgrund von vielfältigen gesellschaftlichen Entwicklungen zukünftig verstärkt physisch in der Lage und vermutlich auch bereit, mit eigenen "sozialen Investitionen" qua BE zum Gemeinwohl beizutragen. Das Forschungsprojekt soll deshalb Antworten auf die Frage finden, wie sich der gesamtgesellschaftliche Umfang und die Qualität des Engagements von und für ältere Menschen in Deutschland derzeit gestaltet und nachhaltig gesteigert werden kann.
In Projektphase 1 wird dazu
- aus der Angebotsperspektive (in Teilprojekten) erforscht, wie der Status quo des Engagements von älteren Menschen in Bezug auf Indikatoren wie Engagement- und Netzwerkstrukturen, Motivationslagen und Erwartungshaltungen, Qualifikationsniveaus und Qualifizierungsbedarfe, Lebensqualität, Organisationsstrategien etc. beschrieben, und wie die für eine Steigerung des Engagements entscheidenden Indikatoren identifiziert werden können.
- aus der Nachfrageperspektive (in Teilprojekten) geprüft, welche Relevanz das BE für ältere Menschen in Bezug auf die Sektoren Staat, Markt und Familie hat, und dies u.a. in volkswirtschaftlicher Perspektive, hinsichtlich sozioökonomischer Kapazitäten und im politisch-institutionellen Kontext.
Abgesehen von den beiden Forschungsperspektiven, welche als methodische Ausgangspunkte von jeweils mindestens vier Teilprojekten dienen,
enthält das Forschungsdesign mit der Methoden-, der Intermediären und der Policy-Ebene drei weitere Forschungsebenen. Ausgehend
von ihrer Forschungsperspektive sollen sich die Teilprojekte zusätzlich auf mindestens einer dieser Ebenen bewegen.
Angebot und Nachfrage werden ferner in einem allgemeinen Sinne verstanden, der über rein ökonomische Aspekte hinausgeht
und soziale Aspekte mit einschließt. Wichtig ist dabei die Unterscheidung zwischen potenzieller und realisierter Nachfrage
einerseits und potenziellem und realisiertem Angebot andererseits. Aus den Ergebnissen der Forschungsarbeiten werden in
Projektphase 2 Schlussfolgerungen u.a. für die Verbesserung der Rahmenbedingungen und Handlungsoptionen der beteiligten
Akteure gezogen.
Eine detaillierte Darstellung des Forschungsprojekts finden Sie in der Projektdokumentation
Teilprojekte
Voraussichtlich 9 Teilprojekte in Projektphase 1 sollen im Rahmen des an das Forschungsprojekt angeschlossenen Doktorandenkollegs "Bürgerschaftliches Engagement" bearbeitet werden. Derzeit werden 5 Teilprojekte bearbeitet (davon 3 von StipendiatInnen des Doktorandenkollegs und 2 von ProjektmitarbeiterInnen des CSI):
Weitere Informationen finden Sie auf der Seite des Doktorandenkollegs.
Doktorandenkolleg "Bürgerschaftliches Engagement"
Voraussichtlich 9 Teilprojekte in Projektphase 1 sollen im Rahmen des an das Forschungsprojekt angeschlossenen Doktorandenkollegs "Bürgerschaftliches Engagement" bearbeitet werden. Es versteht sich als systematisch angelegtes Studien- und Forschungsprogramm für Nachwuchswissenschaftler aus der Wirtschaftswissenschaft, Soziologie, Politologie, Gerontologie, Bildungswissenschaft, Rechtswissenschaft und verwandten Fachbereichen, die mit sozialwissenschaftlichen Methoden zum Thema forschen. Es wird vom CSI und GZF gemeinschaftlich getragen und vergibt ab 2009 jährlich drei Stipendien für Doktorandinnen und Doktoranden an deutschen Universitäten, deren Dissertationsvorhaben sich thematisch in das Gesamtkonzept des Forschungsprojekts einfügen. Die Stipendien besitzen zunächst eine Laufzeit von 24 Monaten und werden mit monatlich 1.050 Euro + 100 Euro Sachkostenzuschuss vergütet. Eine Verlängerung um 12 Monate ist in begründeten Fällen und bei dokumentiertem Arbeitsfortschritt unbürokratisch möglich. Bei eigener empirischer Arbeit besteht die Möglichkeit von Forschungskostenzuschüssen.
Bewerbungsschluss der laufenden Ausschreibungsrunde ist der 31. März 2010 (Stipendienbeginn: 1. Juli 2010) bzw. 30. September 2010 (Stipendienbeginn: 1. Januar 2011). Weitere Informationen zur Ausschreibung erhalten Sie hier.
Weitere Informationen zu StipendiatInnen & Themen finden Sie hier.


